SZ Bericht Jahreskonzert 2015

Bericht der Schwäbischen Zeitung vom 13.12.2015:

Stephan Frizt setzt erste Akzente

Dirigent feiert beim Konzert des MV Bußmannshausen gelungenen Einstand

 

Konzert 2015; Bild der Schwäbischen Zeitung

SZ-Konzert 2015

Bußmannshausen sz 

Dritter-Advent-Vorabend: Beim Musikverein Bußmannshausen  ist dieser Termin gleichbedeutend mit dem musikalischen Jahreshöhepunkt des Blasorchesters. So auch am vergangenen Samstag. In der gut gefüllten Veranstaltungshalle Schwendi konzertierte die Kapelle durch verschiedene Blasmusikrichtungen. Den Takt gab bei diesem Konzert erstmals der Berufsmusiker Stephan Frizt als Dirigent vor – es wurde ein gelungener Einstand für ihn und die Kapelle.

Etwa 170 Auftritte im Jahr meistert Stephan Frizt, Hauptfeldwebel bei der Bundeswehr, mit dem Heeresmusikcorps 10 in Ulm. Dort spielt er das Waldhorn, jetzt hat er zusätzlich seit Mitte September die Dirigentenstelle in Bußmannshausen übernommen. Kameradschaftlich locker im Umgang, fordernd in der Sache: Diese Prädikate verlieh Vereinsvorsitzender Manfred Knopf dem neuen musikalischen Leiter. Dass trotz Dirigentenwechsel alle Musiker bei der Stange blieben, wertet Manfred Knopf als gutes Vorzeichen für eine konstruktive Zusammenarbeit.

Beim Jahreskonzert konnten sich die Besucher bereits von den ersten Früchten dieser Arbeit überzeugen. Stefan Frizt hat dem Mittelstufenorchester seine Auffassung von Blasmusik offenbar überzeugend nahe gebracht, an musikalischen Stellschrauben gedreht und so den Klangkörper nach seiner persönlichen Note geformt. Wie die Quellen im tschechischen Marienbad sprudelten die Leistungen der Kapelle beim Konzert-Auftaktstück „Music for the Fountain“.

Ein gelungenes Ausrufezeichen, dem die homogene Orchestereinheit sofort ein weiteres folgen ließ. Die klare Gliederung des Werkes „Adventure!“ von Markus Götz nutzte die Kapelle, um die dramaturgischen Teile mit entsprechenden Klangflächen herauszuarbeiten. Tenorhörner, Saxophone und Querflöten widmeten sich dem Thema Liebe, ein furioses Allegro dramatico leitete zu einen grandiosen Schluss über. Den eindrucksvollen Tempi-Wechsel in diesem Stück setzte das Bußmannshauser Blasorchester auch beim folgenden Konzertmarsch „Kaiserin Sissi“ gekonnt in Szene. Bei allen musikalischen Tempi-Sprüngen agierte Dirigent Stephan Frizt in seinen visuellen Anweisungen unaufgeregt, mit Bedacht. Er hatte das ganze Ensemble im Blick, ließ aber auch akzentuierte Aufforderungen an einzelne Register nicht außer Acht.

 

Dieter Hunger zeigt Solokünste

In „Concerto d’ amore“ (Jakob de Haan) intonierte die Kapelle drei unterschiedliche Musikstile. Einer barocken Ouvertüre folgte ein energiereicher Abschnitt im Pop, dem sich ein Adagio mit einer Swing-Passage anschloss. Alle Augen und Ohren auf das Trompetenregister: So könnte man auch den Titel „Annie’s Trumpet Dream“ ankündigen, denn diese Blechblasinstrumente samt Musiker waren hier besonders gefordert. Das zehnköpfige Trompetenregister der Bußmannshauser Kapelle überzeugte, mit einem Solo konnte Dieter Hunger sein Können unter Beweis stellen.

Verschiedene Solo-Elemente konnten die Zuhörer auch beim Stück „Selections from Starlight Express“ bewundern, ehe das Blasorchester fröhlich und feierlich mit „A Christmas Festival“ auf das Weihnachtsfest einstimmte. Um dann, als Dank für den anerkennenden heftigen Beifall der Besucher, „O du Fröhliche“ als eine von zwei Zugaben zu spielen – die gesangliche Begleitung der zwei Strophen übernahmen die Gäste im Glücksgefühl eines schönen Konzerterlebnisses (die Ansagen lieferte Sarah Heffner).

Begonnen hatte dies mit dem Auftritt der Jugendkapelle Rottal. Musikalische Nachwuchskräfte aus den Vereinen Bußmannshausen, Rot und Burgrieden waren hier bisher vereint, seit knapp einem halben Jahr ist auch der Nachwuchs des Musikvereines Hörenhausen mit im Boot. So konnten am Samstag annähernd 50 Jungen und Mädchen auf der Bühne Platz nehmen und ein Jugendorchester formieren.

„Music from Frozen“ lautete der erste Titel. Mit einer gesunden Portion Angespanntheit ging der Nachwuchs zu Werke, von Gefrierstarre keine Spur, umso aufgetauter präsentierte der Nachwuchs auch weitere Stücke. Daumen hoch von Jugenddirigentin Martin Lupschina signalisierte Anerkennung und Zufriedenheit. Der kräftige Applaus des Publikums zauberte obendrein ein Lächeln in die Gesichter der musikalischen Akteure von morgen in den Kapellen der beteiligten Musikvereine.

© 2016 Musikverein Bußmannshausen